Multitalent Magnesium

Ohne Magnesium läuft nichtsMuskeln

Neben Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenstoff, Kalium, Calcium, Phosphor und Eisen gehört Magnesium zu den wichtigsten Elementen, die der Mensch zum Leben braucht. Es ist an über 300 verschiedenen Enzym-Vorgängen im Körper beteiligt und für unseren Energiestoffwechsel unverzichtbar. Lebenswichtig ist es auch für die Zellteilung und für die Übertragung von Nervenimpulsen und zur Muskelspannung.

Da der Körper Magnesium selbst nicht herstellen kann, muss es – genau wie z.B. Vitamin C – mit der Nahrung aufgenommen werden.

Eigentlich ist das kein Problem, denn in vielen Lebensmitteln ist Magnesium enthalten, z.B. in Hülsenfrüchten, Vollkorn- und Milchprodukten sowie in Obst, Blattgemüse und Salaten (Apfel, Banane, Chicoree, Kopfsalat, Petersilie, Rucola, aber auch in Spinat, Spargel und Rhabarber). Zu den magnesiumreichsten Lebensmitteln zählen Weizenkeime (308 Milligramm Magnesium pro 100 Gramm), Leinsamen (380 Milligramm Magnesium pro 100 Gramm) und Kakaopulver (500 Milligramm Magnesium pro 100 Gramm).

Der hohe Magnesium-Anteil im Kakaopulver erklärt übrigens manchen Heißhunger auf Schokolade. Oft steckt nicht Naschhaftigkeit dahinter, sondern  Magnesiummangel!

Ist ein Mensch gut mit Magnesium versorgt, befinden sich in seinem Körper circa 25 bis 30 Gramm des Minerals. Der größte Teil (über 50 %) ist in den Knochen gespeichert. Weitere 40 Prozent findet man in den Zellen der Herz- und Skelettmuskulatur. Der Rest ist in Körperflüssigkeiten (Blut, Gehirnflüssigkeit, Magen-Darm-Sekret, Galle, Speichel) enthalten. Zusammen mit  Kalium gehört das Magnesium zu den wesentlichen Mineralstoffen im Inneren der Zelle.

Praktisch für uns ist, dass der Körper Magnesium speichern kann. Allerdings wird es aus den Knochen, in denen das meiste Magnesium sitzt (ca. 60 %), nur sehr langsam abgegeben, Knochen sind sogenannte Langzeitdepots. Schneller zur Verfügung steht der Mineral-Anteil, der in den Organen und in der glatten Muskulatur (als schnelle Depots) gespeichert ist.

Weil die Menge des Magnesiums im Blut mit nur etwa einem Prozent sehr gering ist, müssen die schnellen Depots ständig Magnesium zur Verfügung stellen. Kommt es zu Defiziten, dann macht sich das sofort schmerzhaft in der Muskulatur bemerkbar.

Obwohl unsere Tische reich gedeckt sind, bekommt etwa jeder vierte Bundesbürger nicht genügend Magnesium. Zum einen liegt das an der industriellen Aufbereitung von Getreide und anderen Nahrungsmitteln, wodurch ein großer Teil des natürlichen Magnesiums verloren geht. Auch die Verwendung von bestimmten Düngemitteln reduziert das in Pflanzen enthaltene Magnesium. Der allzu häufige Griff zu Fastfood und Fertigprodukten kann zudem zu Magnesiummangel führen.


Ein Test bringt Klarheit

Ein anstrengender Alltag, körperliche Belastung im Sport oder Beruf fordern täglich ein hohes Maß an geistiger, nervlicher und körperlicher Belastbarkeit und können einen erhöhten Bedarf an Magnesium verursachen. Aber auch bei Jugendlichen in der Wachstumsphase, Schwangeren, Stillenden und Personen, die zu Wadenkrämpfen neigen sowie durch zu viel Alkohol kann ein erhöhter Bedarf an diesen Vitalstoffen entstehen. Menschen ab dem 50. Lebensjahr haben zwar keinen erhöhten Bedarf, sie führen jedoch zumeist durch veränderte Essgewohnheiten allgemein zu wenig Vitalstoffe zu.

Ob die Magnesiumversorgung ausreichend ist, kann man durch eine Untersuchung des Blues oder des Urins herausfinden. Normal sind Werte von 0,66-1,1 mmol/l im Serum (Blut) bzw. 0,6-12 mmol im 24-Stunden-Urin.

Energie / Leistungsfähigkeit

Magnesium reguliert den StoffwechselEnergie / Leistungsfähigkeit



Wie leistungsfähig die Muskulatur ist, hängt davon ab:

  • wie viele Nährstoffe der Organismus speichern kann,
  • wie viele Brennstoffe, also Mineralien, besonders Magnesium, dem Speicher zur Verfügung stehen,
  • wie hoch die Kapazität des Stoffwechsels ist. Sie hängt z. B. ab von der Größe und dem Zustand der wichtigen Organe, Lunge, Haut, Herz, Darm,
  • von der Qualität und der Quantität der nachgelieferten Stoffe während der Belastung.
Magnesium spielt in allen diesen Prozessen eine Schlüsselrolle. Es ist unter anderem zuständig für die Energiebereitstellung in den Zellen, indem es verschiedene Enzyme aktiviert, die der Stoffwechsel für die Verbrennung von Kohlenhydrate braucht. Sportler nehmen deswegen vor anstrengendem Training oder vor Wettkämpfen Magnesium zu sich.

Magnesium ist aber auch wichtig für den Eiweißabbau (bei körperlicher Belastung) und beim Eiweißaufbau (in der Regenerationsphase danach).

Auch am Fettstoffwechsel hat Magnesium großen Anteil. Es aktiviert Enzyme, die Fettsäuren und Fette spalten und sorgt somit für einen reibungslosen Abbau der mit der Nahrung aufgenommenen Fette. Außerdem steigert es die Konzentration von Lecithinverbindungen, die eine schützende Wirkung auf Blutgefäße besitzen.

Gerade für die Funktion von Herz und Kreislauf ist Magnesium unerlässlich. Ein Zuviel an Calcium kann den Blutdruck erhöhen und die Herzmuskelpumpe schwächen. Als Gegenspieler von Calcium dämpft Magnesium die erregende Wirkung von Calcium. Es sorgt auch dafür, dass Calcium aus der Blutbahn wieder in die Knochen gelangt und dort eingebaut wird.

Ist der Magnesiumhaushalt eines Menschen ausgeglichen, geht es ihm gut. Doch die Leistungsfähigkeit sinkt, wenn die Energiebalance nicht stimmt. Die Symptome dafür sind sehr unterschiedlich und werden häufig nicht auf Anhieb mit Magnesiummangel in Verbindung gebracht. Sie zeigen sich nicht nur auf der körperlichen, sondern auch nervlicher und geistiger Ebene. Zu den wichtigsten Mangelsymptomen gehören - außer den schon erwähnten Muskelkrämpfen - Müdigkeit, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Geräuschempfindlichkeit & Durchblutungsstörungen.

Ein Balanceakt: Der ElektrolythaushaltElektrolythaushalt

Um es möglichst einfach zu sagen: Elektrolyte sind Stoffe, die in wässriger Lösung elektrischen Strom leiten können. Sie zerfallen dabei in positiv oder negativ geladene Teilchen (Ionen).

Zusammen mit den Vitaminen und den Mineralstoffen gehören Elektrolyte zu den sogenannten Vitalstoffen. Obwohl der Körper nur winzige Mengen davon braucht, sind Elektrolyte für uns lebenswichtig. Sie liefern zwar keine Energie, sind aber für den reibungslosen Ablauf von Prozessen im Körper notwendig. Zu ihnen gehören vor allem Magnesium, Natrium, Kalium, Calcium, Chlorid und Phosphor. Der Körper stellt sie nicht selbst her, wir müssen die Vitalstoffe durch die Nahrung aufnehmen. Und zwar in der richtigen Menge, denn Elektrolyte sind entscheidend für die Flüssigkeitsverteilung bzw. den Wasserhaushalt des menschlichen Organismus.

Wasser- und Elektrolythaushalt sind eng miteinander verbunden. Unser Körper kann Mineralstoffe nur verwerten, wenn er gleichzeitig ausreichend Wasser bekommt. Und er kann Wasser nur binden, wenn er Mineralstoffe in ausreichender Menge bekommt.

Unser Körper besteht zu etwa 60 Prozent aus Wasser. Zwei Drittel davon befinden sich in den Zellen (Intrazellulär-Raum), ein Drittel außerhalb der Zellen (Extrazellulär-Raum), das heißt, hauptsächlich im Blut oder in der Lymphflüssigkeit. Reguliert wird der „Pegel“ durch die Arbeit der Nieren, die je nach Bedarf Elektrolyte ausscheiden oder zurückhalten.

Die Nieren haben damit reichlich zu tun, denn durch Urin, Stuhl und Schweiß gehen ständig Wasser und Elektrolyte verloren. Meist kann der Verlust durch Essen und Trinken schnell wieder ausgeglichen werden.
Wie funktioniert nun der Elektrolythaushalt? Man kann sich das so vorstellen: In den Zellen herrscht ein anderes chemisches Milieu und eine andere Konzentration der verschiedenen Ionen als außerhalb der Zellen.

Durch die Zellmembranen, die als Barrieren zwischen Außen und Innen funktionieren, erfolgt bei Bedarf ein Ionenaustausch. Dadurch ändert sich die Spannung an der Zellmembran. Und genau auf diese Spannungsänderungen kommt es an, denn sie ermöglichen die Steuerung aller Prozesse, die auf Zellebene ablaufen.

Nicht nur die Regulation des Wasserhaushalts funktioniert über Ionentransporte, auch das Nervensystem und seine Informationsübertragung basieren auf dem Austausch und der Konzentrationsänderung von Ionen zwischen Zellinnen- und außenraum.


Für die Muskulatur besonders wichtig ist der Austausch von Magnesium und Kalium. Während der An- und Entspannung eines Muskels wird Kalium durch die Zellmembranen transportiert. Vom Kalium ist der Transport von Glucose in die Zellen, die Bildung von Proteinen und die Regulierung des Säure-Basen- und des Wasser-Haushalts abhängig. Das alles funktioniert aber nur, wenn die optimale Menge Magnesium im Körper ist.

Antagonisten, also Gegenspieler, sind Calcium und Magnesium bei der Muskelarbeit. Calcium ist für das Zusammenziehen des Muskels wichtig, Magnesium für die anschließende Entspannung.

Gibt es nun den Nervenreiz „Muskel zusammenziehen!“, wird Calcium aus zellinternen Speichern ausgeschüttet und führt zu einer Verkürzung und Vernetzung der Myosinköpfchen mit dem Aktin.

Diese Struktur muss dann mit Magnesium und unter Energieaufwand wieder gelöst werden, um einen neuen Verknüpfungszyklus zu starten. Fehlt Magnesium in der Zelle kann der Muskel nicht mehr entspannen und verharrt in der angespannten Haltung.

Lebenslang im Einsatz: der HerzmuskelHerzmuskel

Wie jeder andere Muskel im Körper braucht auch das Herz einen elektrischen Impuls, um sich zusammenzuziehen. Doch es gibt einen erheblichen, lebenswichtigen Unterschied: Bei einem Skelettmuskel erfolgt der Impuls über einen Nerv. Das Herz kommt ohne diesen Impuls aus. Es braucht den Einsatz von Nervenfasern nur, um seine Arbeit bei Belastungen blitzschnell auf die veränderten Anforderungen einzustellen.

Der Herzmuskel arbeitet wie eine kombinierte Druck- und Saugpumpe. Sie befördert das Blut in zwei parallel geschaltete Systeme, in den Lungen- und in den Körperkreislauf. Die Pumpe besteht aus einem spezialisierten Muskelgewebe, dem Myokard.

Unsere Herzschläge sind Kontraktionen dieses Myokards. Sie werden von einem unabhängigen, vom Herzen ausgehenden Erregungsleitungssystem gesteuert – in einem 70-jährigen Leben passiert das etwa 2,5 Milliarden Mal und Pausen darf sich das Herz nicht erlauben!

Der Schrittmacher für das Herz liegt im Herzen selbst. Es ist der sogenannte Sinusknoten, der elektrische Taktgeber, eine etwa zwei bis drei Zentimeter lange spindelförmige Gruppe hochspezialisierter Herzmuskelzellen, die sich selbst elektrisch auf- und entladen.

Beeinflusst wird die Aktivität des Sinusknotens durch Nerven und Hormone.
Wie oft das Herz schlägt und wie viel Blut es mit jedem Herzschlag weiterpumpt, hängt vom Sauerstoffbedarf der Muskeln ab. In Ruhe beträgt die Herzfrequenz 60 bis 80 Schläge pro Minute. Mit jedem Schlag werden etwa 70 Milliliter Blut befördert, so dass das Herz pro Minute ca. 5 Liter Blut pumpt. Bei extremer Belastung kann die Frequenz jedoch auf 200 Kontraktionen pro Minute und das Blutvolumen auf das Doppelte ansteigen.


Magnesium ist ein wichtiger Herzstoff
Magnesium ist an der Aktivierung von über 300 Enzymen beteiligt, kann aber vom Körper nicht selbst gebildet werden. Den höchsten Magnesiumgehalt aller Organe weist das Herz auf, so dass eine ausreichende Magnesiumzufuhr für Herz und Kreislauf äußerst wichtig ist. Besonders für die Energieproduktion und für die Reiz-Weiterleitung wird Magnesium gebraucht, die dafür verantwortlich ist, dass das Herz nicht aus dem Takt gerät.

Muskeln / Gelenke / Knochen

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Wer rastet, der rostet. So sagt es eine alte Volksweisheit. Und tatsächlich ...